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Alle Fragen rund um das Freizügigkeitskonto werden hier beantwortet!

Kategorie: Politik

Freizügigkeitsguthaben besser schützen?

Die parlamentarische Kommission hat den Bundesrat beauftragt abzuklären, ob man Freizügigkeitsguthaben besser schützen könne.

Die Antwort der Regierung steht noch aus. In der Zwischenzeit wollten wir wissen, was die Twitter Gemeinschaft dazu denkt. Hier das Ergebnis:

Das Resultat ist eindeutig, auch wenn nicht repräsentativ. Dazu muss man wissen, dass eine Versicherung über den Sicherheitsfonds (wie bei den Pensionskasse) nicht gratis ist. Und während bei den Pensionskassen die Prämie aus den Anlageerträgen bezahlt wird, können die Freizügigkeitsstiftungen dies nicht machen, da sie nicht anlegen. Deshalb müssten die Versicherten die Prämienzahlungen übernehmen.

Auch die Freizügigkeitsstiftung ist (ungewollt) solidarisch!

Gegenwärtig spricht man viel von ungewollten Solidaritäten in der 2. Säule. Vielfach wird argumentiert, dass die Renten zu hoch seien und es eine ungewünschte Umverteilung von jung zu alt gäbe.

In der 2. Säule gibt es aber auch gewollte Umverteilungen – allerdings vielleicht aber nicht in diesem Ausmass.

Gemäss Gesetz müssen Freizügigkeitsstiftungen (und auch Pensionskassen – diese sind aber selten betroffen) kontaktlose Freizügigkeitsvermögen im Alter 74/75 des Kunden an den Sicherheitsfonds überweisen:

Im 2017 wurden so fast 20 Mio. überwiesen

Beim Sicherheitsfonds können Anspruchsberechtigte das Geld zwar anfordern – allerdings tun das nur sehr wenige – keine 100 Personen waren es im 2017, die insgesamt 1 Mio. erhielten. Ansonsten verbleibt das Geld bis zum theoretischen Alter von 100 des Kunden beim Sicherheitsfonds – danach verfällt es zugunsten des Systems und finanziert somit das Gesamtsystem solidarisch mit.

Angesichts der 5 Mrd. kontaktlosen Vermögen dürfte sich der Betrag in den nächsten Jahren noch wesentlich erhöhen.

Umfrage: besserer Versicherungsschutz?

In einer kürzlich erstellten Umfrage auf unserem Twitter-Account haben sich 66% der 104 teilnehmenden User für einen höheren Versicherungsschutz ausgesprochen.

Worum geht es?

Bei Pensionskasse wird das Guthaben bis zum versicherten Lohn von CHF 126’900.- vor Konkurs geschützt. Bei Freizügigkeitsstiftungen sind aber nur max. CHF 100’000.- geschützt (zur Info: durchschnittliches Freizügigkeitsguthaben beträgt CHF 25’000.-). Da Freizügigkeitsguthaben heute teilweise jahrelang bestehen bleibt, kann dies als Problem gesehen werden.

Die Politik wird aktiv

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) hat das Thema aufgenommen und verlangt einen besseren Schutz der Freizügigkeitsguthaben.

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Geringe Guthaben: jetzt kommt Bewegung auf!

Na voilà. Wir sprachen vor kurzer Zeit über die vielen geringen Guthaben auf Freizügigkeitskonten. Der VVS hat aufgezeigt, dass viele davon kontaktlos sind. 75% der kontaktlosen Guthaben haben nämlich ein Saldo von weniger als CHF 5’000.-

CVP Präsident und Nationalrat Gerhard Pfister hat in einem Vorstoss eine Gesetzesänderung vorgeschlagen. Demnach sollen alle Guthaben tiefer als CHF 5’000.- einfach ausbezahlt werden können, wenn die Person keiner Pensionskasse angeschlossen ist.

Wir meinen: das macht Sinn, denn CHF 5’000.- ist kein wesentlicher Beitrag zur Vorsorge, belastet das System aber nur mit Unterhalt und Recherchen.

Was meinen Sie? Wir sind auf die Reaktionen gespannt.

Herbstsession: EL Reform im Nationalrat

In der Herbstsession, die morgen Montag anfängt, berät der Nationalrat die EL-Reform. Der Bundesrat wollte ursprünglich mal den Kapitalbezug im Rentenalter beschränken. Auch bei Aufnahme der selbstständigen Erwersbtätigkeit wäre es nicht mehr möglich gewesen, das ganze Freizügigkeitskapital zu beziehen.

Die vorberatende Kommission wollte von diesen Einschränkungen nichts wissen. Eine gute Sache, finden wir. Denn damit wird die Eigenverantwortung gestärkt. Es ist zu offen, dass das Plenum keine Einschränkungen beschliessen wird.

Auswanderung bedeutet auch Auswanderung aus dem Vorsorgesystem

Wenn Sie die Schweiz definitiv verlassen, können Sie (müssen aber nicht) das Freizügigkeitsguthaben beziehen. Gemäss Bundesamt für Statistik wanderten über 120’000 Personen im 2016 aus der Schweiz aus:

Das ist beachtlich. Wie man vorgehen muss, um sein Freizügigkeitsguthaben zu beziehen sind in den FAQ beschrieben. Die meisten Personen beziehen dann das Guthaben ganz oder teilweise.

Die Frage stellt sich jedoch, ob diese Personen mehrheitlich wirklich die Schweiz definitiv verlassen. Je jünger man ist, desto unwahrscheinlicher ist das. Celine Amaudruz wollte genau dies ändern. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Reform Erbrecht und Begünstigtenordnung

In Sachen 3. Säule hat gestern der Bundesrat klargestellt, dass 3. Säule-Guthaben gleich wie Guthaben der 2. Säule nicht in den Nachlass fallen. Gut.

Was für die Vorsorgenehmer jedoch immer wieder für Verwirrung sorgt, ist die unterschiedliche Handhabung der Begünstigtenordnung in der 3. Säule und bei den Freizügigkeitsstiftung.

Gemäss Gesetz erhält an erster Stelle der Ehepartner in der 3. Säule im Todesfall alles. In der Freizügigkeitsstiftung ist der Ehepartner nicht alleine. Er muss das Todesfallkapital mit minderjährigen Kinder und Kinder in Ausbildung gleichmässig verteilen.

Weshalb diese Unterschiede? Es wäre die Möglichkeit für den Bundesrat gewesen, mit der Erbrechtsreform gleichzeitig auch die Begünstigtenordnungen zu vereinheitlichen. Im Sinne der Verständlichkeit wäre dies sehr wünschenswert!

Die Auffangeinrichtung

Die Stiftung Auffangeinrichtung bietet von Gesetzes wegen auch Freizügigkeitskonten an. Der Gesetzgeber hat – wie der Name andeutet – die Stiftung aus Auffangbecken positioniert, dann nämlich, wenn ein Versicherter bei Austritt aus der Pensionskasse nicht mitteilt, wohin sein Freizügigkeitsguthaben überwiesen werden soll.

Das Gesetz sieht vor, dass das Geld in diesem Fall zur Auffangeinrichtung geht. Da viele Personen nicht angeben, wohin ihr Geld überwiesen werden soll, wuchs die Auffangeinrichtung kontinuierlich an. Die Bilanzsumme vervielfachte sich von CHF 1.4 Mrd. im Jahre 2000 auf 11.4 Mrd. letztes Jahr. Mittlerweile ist die Auffangeinrichtung mit 1.07 Mio. Freizügigkeitskonten die grösste Freizügigkeitsstiftung der Schweiz geworden:

Auffangbecken mit vielen kleinen Guthaben

Gemäss Geschäftsführer haben 80% dieser Freizügigkeitskonten ein Kontoguthaben von weniger als CHF 5’000.- Viele dieser Konten sind kontaktlos, d.h., die Kontoinhaber haben der Stiftung nicht mitgeteilt, was ihre aktuelle Adresse ist, was dazu führt, dass die Stiftung zu den Inhaber keinen Kontakt mehr herstellen kann.

Risiko für den Steuerzahler?

Ja, dies ist durchaus möglich. Anders als andere Freizügigkeitsstiftung darf die Stiftung ihre Gelder am Kapitalmarkt anlegen. Die erzielte Rendite letztes Jahr betrug 3.3%. Doch das muss nicht immer so gut ausgehen und faktisch war die Stiftung vor 10 Jahren auch schon mal in Unterdeckung.

Es liegt deshalb im Interesse der Öffentlichkeit, wenn das Auffangbecken klein bleibt und gesetzliche Änderungen durchgeführt werden, um kleine Beträge unter CHF 5’000.- ohne grosse Bürokratie an die rechtmässigen Besitzer auszuzahlen.

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