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Alle Fragen rund um das Freizügigkeitskonto werden hier beantwortet!

Notlage: können Vorsorgegelder bezogen werden?

In der aktuellen Krise rund um den Corona-Virus fragen sich viele Personen, namentlich Selbstständigerwerbende, ob Gelder aus der Pensionskasse oder aus der 3. Säule bezogen werden können, um den eigenen Betrieb am leben zu erhalten.

Rechtslage dünn

Die gesetzlichen Bestimmungen sehen keinen Bezug hei Notlagen vor. Für selbstständigerwerbende Personen ist ein Bezug während eines Jahres seit Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit möglich. Auch können spezifisch 3a-Gelder bezogen werden, wenn die bisherige selbstständige Erwerbstätigkeit (z.B. aufgrund der Notlage) aufgegeben wird und eine andersartige selbstständige Erwerbstätigkeit aufgenommen wird. So kann ein Cafébetreiber, der seinen Betrieb aufgegeben hat, neu eine Ernährungsberatung eröffnen und dafür 3a Gelder beziehen. Voraussetzung ist immer, dass er selbstständig ist und sich nicht selber bei einer GmbH oder Aktiengesellschaft anstellen lässt.

Bezugsmöglichkeiten in der 2. Säule?

Auch in der 2. Säule ist grundsätzlich kein Bezug möglich. Allerdings hat das Bundesgericht einem Selbstständigerwerbenden Recht gegeben, der freiwillig einer Pensionskasse angeschlossen war und einen Pensionskassenbezug beantragt hatte, um betriebliche Investitionen durchzuführen. Dies könnte auch in der jetzigen Situation denkbar sein.

Handlungsbedarf gegeben?

Es ist naheliegend, dass man in Notlagen auf sein 3a Geld zurückgreifen möchte, zumal es sich um eine private (also freiwillige) Vorsorge handelt. Es ist auch verständlich, dass ein Betriebserhalt eine Art Vorsorge ist. Vor diesem Hintergrund wäre es begrüssenswert, wenn der Bundesrat entsprechende Verordnungsänderungen vorübergehend anordnet. Denkbar wäre ein temporärer Bezug, allenfalls in limitierter Höhe. In der Zwischenzeit hat der Bundesrat Hilfe für Selbstständige in Aussicht gestellt. Wir hoffen alle, dass sich die Situation bald wieder beruhigt.

"Wir wollen keine Gebühren!"

Vor einem Jahr hatten wir gefragt, auf was Vorsorgenehmer besonders achten bei der Freizügigkeitsstiftung. Hier das Resultat:

Das Resultat würde wohl ein Jahr später kaum anders aussehen. Heute gibt es mit der Credit Suisse und PostFinance zwei grosse Institute die Kontoführungsgebühren kennen. Weshalb kommt es überhaupt dazu? Kontoführung ist nicht kostenlos und anders als bei Pensionskasse werden keine Verwaltungsgebühren erhoben – sondern eben Kontoführungsgebühren.

Diese Gebühren können teilweise erlassen werden, wenn statt in Cash in Anlagefonds investiert wird. Nur machen das nur sehr wenige Personen. Weshalb eigentlich? Schaut man die Performance 2019 mit teilweise mehr als +10% und Kontozinsen von 0% oder 0.05%, dann ist die fehlende Anlagetätigkeit erst recht nicht verständlich. Doch häufig wissen die Vorsorgenehmer gar nicht, dass man – wie in der 3. Säule – in Anlagefonds investieren kann. Hier bräuchte es mehr Aufklärung.

Was wird uns 2020 bringen?

Das neue Jahr steht vor der Tür. Vorsorgetechnisch ist dieses Jahr einiges gelaufen, welches seine Fortsetzung im nächsten Jahr finden wird:

  • Revision der AHV (sog. AHV21) mit der Flexibilisierung der AHV und Erhöhung des Frauenrentenalters
  • Revision der 2. Säule (BVG-Reform) mit einem Sozialpartnerkompromiss, welcher jedoch umstritten ist und noch für Gesprächsstoff in Bundesbern sorgen wird
  • Revision der 3. Säule mit der Schaffung eines Einkaufs in die 3. Säule (Motion Ettlin)
  • Verhinderung, dass Mörder das Vorsorgeguthaben ihrer Opfer erhalten (Interpellation Dittli)
  • Besserer Schutz des Freizügigkeitsguthabens vor Bankenkonkurs
  • Schaffung einer digitalen Schnittstelle von der Pensionskasse zur AHV Ausgleichskasse und Einschränkung des Schlussalters für das Freizügigkeitskonto auf 65 (statt 70).

Interessant wird auch zu sehen sein, ob das Anlagejahr weiterhin gut sein wird und was mit den Negativzinsen geschieht. Das Jahr wird spannend. Wir wünschen einen guten Start ins neue Jahr!

Mörder erhält bald nicht mehr die Vorsorge seines Opfers

Schaad hat es genau richtig festgehalten: heute ist es möglich, dass ein Mörder die Vorsorge seines Opfers erhält. Weshalb? Weil das Gesetz bei den Freizügigkeitseinrichtungen und Säule 3a Gelder nicht vorsieht, Mörder von der Begünstigung auszuschliessen.

Diesen unhaltbaren Zustand hat Ständerat Dittli (FDP) in einem Vorstoss angeprangert. Nun reagiert der Bundesrat. Am Freitag hat er Verordnungsänderungen publiziert, die dies genau verhindern sollen. Endlich!

Reform der AHV – und nebenbei weitere Einschränkungen

Der Bundesrat unternimmt einen weiteren Versuch, die AHV zu reformen. Nach dem Nein der Bevölkerung zur Altersvorsorge 2020 möchte die neue Reform AHV21 das Rentenalter für Frauen schrittweise von 64 auf 65 anheben. Ausserdem soll es möglich werden, die AHV schrittweise zwischen 62 und 70 zu beziehen. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0.7% hat zum Ziel, die AHV finanziell zu stabilisieren. Soweit – so gut.

Allerdings nimmt der Bundesrat auch bei der Altersbeschränkung der Freizügigkeitskonten einen neuen Anlauf: gemäss Botschaft soll man ein Freizügigkeitskonto nur bis 65 Jahre besitzen können (statt heute 70). Lediglich diejenigen Personen, die eine weitere Erwerbstätigkeit nachweisen können, dürften das Konto bis 70 behalten. Im Gegensatz zur Säule 3a, die die gleiche Bestimmung kennt, wäre eine solche Bestimmung bei den Freizügigkeitskonten widersprüchlich. Typischerweise hat man ja eben ein Konto, weil man nicht erwerbstätig ist. In der Konsequenz müssten die Kontoinhaber das Geld neu mit 65 statt 70 beziehen und damit versteuern.

Man wird den Eindruck nicht los, dass dieser Schritt vor allem steuerlich motiviert ist. Und: Personen, die einen schrittweisen Bezug ihrer Altersleistung geplant haben, müssen nun neu planen. Unschön und eine weitere Einschränkung in ihrer Handlungsfreiheit. Wieso müssen Reformen andauernd neue Einschränkung mit sich bringen?

Wahlen 2019 – wird der Durchbruch in der Altersvorsorge möglich?

Am Sonntag wählt die Schweiz ein neues Parlament. National- und Ständeräte konnten sich in der Vergangenheit nur schwer auf Reformen in der Altersvorsorge einigen. Die Altersvorsorge 2020 wurde vom Souverän abgelehnt. Bei der AHV konnte man die Katastrophe um 10 Jahre nach hinten schieben. Eine nachhaltige Sanierung sieht anders aus.

Herausforderungen bleiben

Nach dem Nein zur Altersvorsorge 2020 wurden weitere Reformen in der 1. und 2. Säule vorgestellt. Diese werden momentan ausgearbeitet und bald dem Parlament vorgelegt.

Es bewegt sich was in der 3. Säule

Dank Ständerat Erich Ettlin (stillschweigend wiedergewählt) bewegt sich zumindest in der 3. Säule was. Dort soll ein Einkauf (analog Pensionskasse) möglich werden. Der Ständerat hat dieser Reform bereits zugestimmt. Es ist zu hoffen, dass auch der Nationalrat der Reform zustimmt und damit wenigstens dem Mittelstand eine Möglichkeit bietet, die ständig grösseren Vorsorgelücken zu stopfen.

Kontoführungsgebühren und Negativzinsen

Die Credit Suisse hat kürzlich angekündigt, dass sie Kontoführungsgebühren auf dem Freizügigkeitskonto einführen würde. CHF 36.- pro Jahr würde es künftig kosten, ein Freizügigkeitskonto bei der Credit Suisse Freizügigkeitsstiftung zu halten. Damit ist Credit Suisse nach der PostFinance die zweite grössere Stiftung, die Kontoführungsgebühren eingeführt hat.

Weshalb kommt es so weit? Das Geld, welches die Freizügigkeitsstiftung bei der Bank anlegt, wird von der Bank wiederum langfristig angelegt. Seit 2015 hat die SNB Negativzinsen. Dies führt langsam zu einer negativen Rendite der von der Bank angelegten Gelder.

Die Bank hat nun ein Interesse, die negative Rendite der Stiftung weiterzugeben. Nur darf die Stiftung selbst gemäss dem Regulator diese negative Rendite den Vorsorgenehmern nicht weitergeben. Was nun?

Mit Gebühren kann die Stiftung die Differenz ausgleichen. Unseres Erachtens ist das zulässig und ist z.B. bei gewissen Auszahlungen schon lange üblich.

Unzufrieden? Sie können zu einer anderen Freizügigkeitsstiftung ohne Gebühren wechseln. Von Negativzinsen sind aber alle betroffen. Es würde nicht erstaunen, wenn auch andere Stiftungen bald Gebühren erheben würden.

Neue Serie: #Vorsorgetipp

Pünktlich zum Schulanfang beginnen wir mit einer neuen Serie, die #Vorsorgetipps, die wir jeweils jeden Morgen auf Twitter verbreiten. Stay tuned!

Skandalöse Umverteilung

Die AHV soll angepasst werden. Bundesrat Berset findet die jährliche Umverteilung in Milliardenhöhe von jung zu alt skandalös.

Das ist es auch! Allerdings sehen die jetzigen Pläne eine Erhöhung der MwSt. um 0.7% (nachdem wir vor Kurzem bereits einer Erhöhung von 0,3 Lohnprozente zugestimmt haben). Und in der 2. Säule sollen die Jungen den Rentnern einen Rentenzuschlag von 200.- pro Monat finanzieren. Für alle. Wird damit der Skandal nicht grösser?

#Vorsorgefragen

Aktuell stellen wir regelmässig auf Twitter Fragen zur Vorsorgewelt. Machen Sie mit!

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